Montag, 11. Mai 2015

Vitamin D: Ohne das Sonnenvitamin läuft nichts

Mit aktuellen Studienergebnissen belegt der Ernährungswissenschaftler Prof. Nicolai Worm die Unterversorgung der Bewohner der nördlichen Erdhalbkugel mit Vitamin D. Er warnt vor den dadurch entstehenden, teils gravierenden gesundheitlichen Risiken.

"Ein Mangel an Vitamin D herrscht in den Bevölkerungen der Industriestaaten praktisch durchgehend vor und nimmt, besonders in den lichtarmen Wintermonaten, enorme Ausmaße an", so Worm. Dass unter einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel die Knochengesundheit leidet und Rachitis bzw. Osteoporose verursacht werden, sei allgemein bekannt. Weitaus mehr ins Gewicht falle, dass eine Mangelversorgung mit Vitamin D ein herausragender Risikofaktor sei für schwerwiegende, therapieintensive und langwierige Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauferkran­kungen, Krebs, Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Rheuma, Muskelschwäche, Grippe, Depression, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose und andere Krankheiten mehr. "Vitamin D tritt als chemischer Botschafter in nahezu 30 Geweben und Organen des menschlichen Körpers auf und wirkt dort als Vermittler der genetischen Anlagen", unterstreicht Prof. Worm. Ein zu niedriger Vitamin--Spiegel führe zur massiven Störung der Körperfunktionen. 
Worm, der auf Einladung von Synlab auf einer Fortbildungsveranstaltung für Mediziner in Mannheim sprach, plädiert nachdrücklich für eine Erhöhung des derzeit empfohlenen Normwertes für Vitamin D in Deutschland. Nach seiner Ansicht liegt ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel im Blut erst zwischen 30 und 60 Nanogramm vor. Diesen Wert fordern amerikanische Wissenschaftlern aufgrund von Ergebnissen breit angelegter Studien. Zudem gebe es bisher keinerlei Hinweise auf Schäden durch einen zu hohen Vitaimin-D-Spiegel. 
Insbesondere ältere Menschen, schwangere oder stillende Frauen sowie Kinder und Jugendliche sollten auf die ausreichende Versorgung mit Vitamin D achten. Als kontraproduktiv sieht Worm die verschärften Warnungen vor Sonneneinstrahlung vor dem Hintergrund eines Hautkrebsrisikos an. "Pflanzen gehen ohne Licht ein, Menschen auch", so der Professor. Ohne ausreichende Sonneneinstrahlung ist der Körper nicht in der Lage, Vitamin D zu bilden. Sein Rat: Sonnen, so oft wie möglich, dabei die individuell verträgliche Sonnendosis beachten. Erst nach dieser Zeit Sonnenschutz auftragen, so weit "sozial verträglich" dabei auf Kleidung verzichten. Seine Faustregel für das Sonnen: Kurz, knackig, nackig.
Und was ist mit der Vitamin-D-Aufnahme durch die Nahrung? "Um die Zufuhrempfehlung von täglich 20 Nanogramm Vitamin D zu erfüllen, müsste man täglich 400 Gramm Makrele oder 600 Gramm Avocado essen", so Worm. Um in unseren Breiten im Winterhalbjahr nicht in die Unterversorung zu rutschen, müsse Vitamin D zusätzlich eingenommen werden. Dabei sei es wichtig, den Vitamin-Spiegel im Blut zu messen und regelmäßig zu überprüfen. Als Faustregel für Frauen nennt Worm 2000 i.E. täglich. Eine tägliche Einnahme sei der Stoßtherapie mit höherer Dosierung vorzuziehen. 

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